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Kostenberechnung für Architekten und Ingenieure

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Kostenberechnung im Lichte der HOAI 2009

Die Kostenberechnung ist maßgeblich für das gesamte Honorar. Kostensteigerungen nach der Phase der Kostenberechnung beeinflussen das Honorar ebenso wenig wie Kostensenkungen.

Aus dieser zunächst klar und einfach erscheinenden Regelung folgert unmittelbar: Architekten und Ingenieure haben das Interesse, bei der Kostenberechnung einen möglichst hohen Betrag zu ermitteln (weil damit auch das Honorar steigt), ohne den Auftrag deswegen zu verlieren ("Wenn es so viel kostet, baue ich nicht. Jedenfalls nicht mit Ihnen.")

Doch was ist mit Kostensteigerungen, die eindeutig der Bauherr zu vertreten hat? Beispiele dafür gibt es genug: der Appetit kommt beim Essen und beim Bauen wachsen die Ansprüche auch nach Abschluss der Planung und während der Ausführung noch gelegentlich. Es liegt auf der Hand, dass man als Architekt oder Ingenieur die daraus resultierenden Mehrkosten auch honorarmäßig vergütet haben möchte.

Wenn dies nicht geschieht, kann es leicht passieren, dass das Honorar auf Basis der neuen HOAI trotz 10% Anhebung der Tafelsätze geringer wird, als es bei Anwendung der alten HOAI gewesen wäre.

Dazu dieses Beispiel:

 anrechenbare KostenHonorar Zone "3 unten"...davon...davon 
 EuroEuroLP 1-4LP 5-9gesamt
bislang  27%73% 
Kostenberechnung400.000 €(*)38.127 €10.294 €  
Kostenfeststellung500.000 €(*)44.243 € 32.297 €42.592 €
      
Neu!     
Kostenberechnung400.000 €(**) 41.940 €11.324 €26.422 €41.940 €
Kostenfeststellung500.000 €nicht mehr honorarrelevant! 

(*) ermittelt mit www.hoai.de
(**) 38.127 € + 10%

Das Honorar nach neuer Rechtslage ist in diesem Fall also genau 652 € geringer als nach der früheren Situation.

Wir möchten im Folgenden aufzeigen, was als Voraussetzung nötig ist, um berechtigte Honoraransprüche auch in Zukunft realisieren zu können. Die Stichworte dazu sind: Fortschreibung der Kostenberechnung und Kostensteuerung.

"Wer schreibt, der bleibt."Unbekannter Verfasser